Geöffnete Plätze, Ortskernoasen und mehr – Schaffen Sie Raum für Begegnungen
Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche können (temporäre) Pop-up-Zonen für Fahrradwege entstehen, temporäre Fußgänger- oder Begegnungszonen oder auch Grätzloasen im Ort.
Schaffen Sie mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen und fördern sie dabei die lokale Wirtschaft durch die Einbindung von Gewerbetreibenden und der Schaffung attraktiver Aufenthaltsbereiche.
Durch das Ausprobieren von einer temporären „Fair“teilung des öffentlichen Raums werden neue Perspektiven und Möglichkeiten geschaffen, die im Idealfall den Weg zu einer dauerhaften Lösung, z. B. in Form einer Fußgänger:innen- oder Begegnungszone öffnen.
Pop-Up-Radwege sind provisorische, aber sichere Radwege. Sie sind oft der erste Schritt auf den Weg zu dauerhaften Lösungen, ohne direkt in infrastrukturelle Maßnahmen investieren zu müssen. Manchmal wird ein Fahrstreifen für den Radverkehr freigegeben, aber auch die Öffnung einer ganzen Straße zum Radfahren ist möglich.
Ziel
Mehr Platz und Sicherheit für Radfahrende schaffen und Umverteilung des Verkehrsraums ausprobieren
Zielgruppe
Kinder und Erwachsene
Materialien
Markierungen und Bodenelemente
Absperrung und gegebenenfalls Verkehrsschilder
Beleuchtung für Abendstunden
Wie setze ich die Aktion um?
Wenn Sie als Privatperson einen Pop-Up-Radweg in der EMW errichten wollen, müssen Sie mit den zuständigen Stellen reden. Im ersten Schritt ist die Kontaktaufnahme mit der Gemeinde oder Stadt notwendig.
Gut zu wissen: Je nach Straßenart ist entweder die Gemeinde/Stadt selbst zuständig oder das Bundesland.
Wenn Sie als Gemeinde oder Stadt einen Pop-Up-Radweg während der EMW umsetzen wollen, sollten Sie auf jeden Fall genügend Vorlaufzeit einplanen und die Bevölkerung rechtzeitig über Ihr Vorhaben informieren. Ein häufiger Kritikpunkt ist die fehlende Informationsarbeit vor der Aktion und eine unzureichende Beschilderung während der Aktion. Achten Sie daher auch auf eine gute Beschilderung an den Einfahrten zum Pop-Up-Radweg, Bodenmarkierungen, Informationsaushängen etc.
Um die Sicherheit der Radfahrenden gewährleisten zu können, sollte unbedingt eine räumliche Trennung zwischen Fahrbahn und Radweg erfolgen. Hierfür werden z.B. häufig Baustellenbaken verwendet. Manchmal kommen auch mobile Randsteine zum Einsatz. Mischverkehr (Rad, Fuß, Kfz) ist unbedingt zu vermeiden.
Gut zu wissen: Ein Test sollte stets als erster Schritt in Richtung einer langfristigen Umsetzung betrachtet werden. Pop-Up-Radwege können in der Testphase erprobt und bei Bedarf angepasst werden, bevor sie dauerhaft eingerichtet wird. Es wird nicht empfohlen, einen Radweg einzurichten und anschließend wieder zu entfernen – verschwindet eine beliebte Maßnahme, kann dies schnell Unmut bei den Befürworter:innen auslösen. Für die Erstberatung zur Umsetzung langfristiger Maßnahmen steht Ihnen das klimaaktiv mobil Programm für Städte, Gemeinden und Regionen zur Verfügung.
Ortskern-Oase
istock.com/utamaria
Ein lebendiger Ortskern dient als sozialer Treffpunkt für die Bewohner:innen der Gemeinde oder Stadt. Laden Sie Bürger:innen zu Ihrer Pop-Up-Ortskernoase ein. Das kann beispielsweise durch Schaffung von Grünflächen oder verkehrsberuhigten Maßnahmen geschehen. Auch ein Straßenfest trägt zur Lebendigkeit des Ortes bei. Schlussendlich kann ein schöner und lebenswerter Ortskern dazu beitragen, dass die Menschen gerne im Ort bleiben.
Ziel
Schaffung von Orten zum Verweilen mit hoher Aufenthaltsqualität
Zielgruppe
Kinder und Erwachsene
Materialien
Absperrungen und gegebenenfalls Verkehrsschilder
Mobiliar wie Bänke, Tische und Stühle
Pflanzen und Dekoration zur Gestaltung der Zonen
Beleuchtung für Abendstunden
Abfallbehälter zur Gewährleistung der Sauberkeit
Wie setze ich die Aktion um?
Bei der Aktion wird ein Teil der Straße, der derzeit hauptsächlich vom Autoverkehr genutzt wird, für andere Aktivitäten freigegeben. Das kann ein Straßenfest mit Musik und Essen sein, Sie können die Straße aber auch die ganze Woche über als Rückzugsort gestalten und Liegestühle und Pflanzen aufstellen. Wie Sie die Ortskern-Oase gestalten, bleibt ganz Ihnen überlassen.
Bewerben Sie dazu auch die umweltfreundliche Anreise zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln - ganz im Sinne der EMW!
Melden Sie die Aktion auf jeden Fall rechtzeitig bei der Gemeinde oder Stadt an, damit die Straße rechtzeitig für Ihre Aktivitäten freigegeben wird.
Wohnstraßen beleben
In Österreich gibt es in einigen Gemeinden und Städten "Wohnstraßen". In ihnen steckt richtig viel Potenzial, denn in der Wohnstraße dürfen Sie sich auf der Straße aufhalten und spielen, Möbel in Parklücken stellen und nutzen, solange Sie anwesend sind, mit dem Fahrrad gegen die Einbahn fahren und in Schrittgeschwindigkeit zu- und abfahren, aber nicht durchfahren. Sie eignen sich daher besonders gut als Erholungsraum oder zum Spielen. Damit wird die Wohnstraße in der Nachbarschaft zum Wohnzimmer im Freien.
Das Besondere: Wenn Sie die Wohnstraße spontan als Erholung oder für kleine Feste nutzen möchten, ist das ohne Anmeldung einer Veranstaltung möglich. Um eine Veranstaltung handelt es sich nur, wenn laute Musik gespielt wird oder Dinge (Speisen, Gegenstände) verkauft werden. Mehr erfahren
Ziel
Schaffung von Orten zum Verweilen, Spielen und Erholen
Tipp: Am jeweils dritten Freitag im September kann jede und jeder beim Tag der Wohnstraße mitmachen.
Platz statt Parkplatz
Öffentlicher Raum ist wertvoll und sollte von allen genutzt werden. Anstelle von Parkplätzen können Flächen z.B. für Spielplätze oder Bäume genutzt werden, die Schatten spenden und die Luftqualität verbessern. Mit der Aktion „PARKplatz - Platz statt Parkplatz“ sollen schon die Kleinsten für eine gerechte Nutzung des öffentlichen Raums sensibilisiert werden.
Ziel
Bewusstsein über die Platzverteilung im öffentlichen Raum schaffen
Zielgruppe
Kindergartenkinder
Materialien
Begleitmaterial von klimaaktiv mobil >>zur Website
Wie setze ich die Aktion um?
Wie groß ist ein Parkplatz eigentlich? Diese Frage beantworten Kinder nicht mit dem Maßband, sondern mit Bewegung! Im Kindergarten wird die Fläche eines Parkplatzes nachgebildet und gestaltet – und plötzlich wird greifbar, wie viel Platz ein einziges Auto beansprucht.
Einen Leitfaden zur Umsetzung der Aktion und Infobrief-Vorlagen für die Eltern finden Sie bei klimaaktiv mobil
Blühende Straßen: Malaktion
Der Straßenraum ist nicht nur Verkehrsfläche für Autos, sondern auch Lebensraum für uns alle. Vor allem Kinder profitieren von Freiräumen ohne Autoverkehr. Die Malaktion "Blühende Straßen" macht den Straßenraum für Kinder sicherer, schöner und moderner. Beton und Asphalt weichen bunten Farben in Form von Malereien.
Ziel
Bewusstsein über die Platzverteilung im öffentlichen Raum schaffen
Zielgruppe
Kinder, Schüler:innen
Gut zu wissen: Denken Sie daran, rechtzeitig die Eltern zu informieren. Elternbrief-Vorlagen erhalten Sie über bildung@klimaaktivmobil.at
Materialien
Umweltfreundliche Straßenmalkreiden oder -farben
Informationsmaterialien zum Thema Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität
Werkzeuge für die Gestaltung wie Pinsel, Walzen und Abstreifgitter
Gut zu wissen: Für die Aktion können sie nachhaltige Straßenmalkreiden oder Dispersionsfarbe verwenden. Straßenmalkreide mit Gipsanteil sind länger sichtbar. Dispersionsfarbe ist nach der Verwendung einige Monate sichtbar. Bitte klären Sie vorab, welche Option auf der von Ihnen vorgesehen Fläche gestattet ist.
Wie setze ich die Aktion um?
Zu beginn sollten die wichtigsten Grundfragen geklärt werden:
Wann und wo soll die Straßenmalaktion stattfinden?
Gibt es einen Ausweichtermin bei Schlechtwetter?
Wie groß ist die zu bemalende Straßenfläche?
Welche Farben und Materialien werden verwendet?
Gibt es Zusatzevents zur Straßenmalaktion? (Musik, Verpflegung,)
Gut zu wissen: Um keine Probleme mit der Rutschfestigkeit zu haben, soll die Malaktion nur auf Straßen mit Höchstgeschwindigkeit Tempo 30 durchführt werden.
Setzen Sie sich dann mit der Gemeinde in Verbindung, um das Event zu genehmigen. Anschließend können Sie die Malutensilien besorgen und die Eltern informieren.
Gut zu wissen: Denken Sie daran, rechtzeitig die Eltern zu informieren. Elternbrief-Vorlagen erhalten Sie über bildung@klimaaktivmobil.at
Vergessen Sie nicht auf die Bewerbung der Aktion - sei es über die Schule oder auch durch lokale Medien oder Gemeindewebsite.
Die Straßenfläche sollte vor der Aktion noch abgekehrt oder gereinigt werden. Es wird empfohlen, dies wenn möglich am Vortag zu tun. Dann kann es bereits losgehen!