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Aus der Praxis: Wie Virtual Reality Barrieren in den Niederlanden abbaut

Öffentlicher Verkehr soll allen Menschen Mobilität ermöglichen. Für Personen mit Angststörungen, Autismus oder Lernschwierigkeiten kann jedoch bereits der Aufenthalt in einem Bahnhof Stress auslösen. Ein niederländisches Virtual-Reality-Projekt bietet hierfür eine sichere Übungsumgebung.

Älterer Herr sitzt auf der Couch und bedient ein VR-Headset

Barrierefreiheit neu gedacht

Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr wird häufig auf Rampen, Aufzüge und andere bauliche Maßnahmen reduziert. Doch jenseits dieser sichtbaren Verbesserungen existieren weiterhin unsichtbare Hürden – besonders für Menschen mit psychischen Belastungen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Für sie kann bereits der Weg durch einen Bahnhof, der Umgang mit Ticketautomaten oder die Orientierung in einer lauten Umgebung zur Herausforderung werden. Deshalb lohnt es sich, Mobilität auch aus einer Perspektive zu betrachten, die unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt.

Typische Herausforderungen sind:

  • unübersichtliche Informationen
  • Zeitdruck beim Ticketkauf und Unsicherheit im Umgang mit Automaten oder Fahrkarten
  • laute, hektische Umgebungen
  • fehlende Orientierung in großen Stationen

Diese Hürden sind nicht sichtbar – aber sie sind real. Und sie führen dazu, dass viele Menschen den öffentlichen Verkehr meiden, obwohl sie ihn dringend benötigen.

Westbahnhof Stiege, links und rechts Rolltreppen, viele Menschen

Virtual OV: VR-Technologie trifft auf Mobilität

Der niederländische Anbieter Changefied BV unterstützt mit dem Tool „Virtual OV” Menschen dabei, Kompetenzen und Selbstvertrauen zu entwickeln. Mithilfe von VR-Brillen werden die Nutzer:innen in eine virtuelle Umgebung versetzt, in der sie potenziell unangenehme Situationen üben können. So lernen sie wichtige Reisefähigkeiten und neue Gewohnheiten.

Ältere Menschen: Viele Seniorinnen und Senioren verlieren im Alter an Mobilitätssicherheit. Ein VR-Training ermöglicht ihnen, Abläufe zu üben, ohne sich in einer realen, möglicherweise überfordernden Umgebung zu bewegen.

Menschen mit psychischen Belastungen: Angst vor Menschenmengen, Unsicherheit oder Stresssituationen lassen sich in der virtuellen Umgebung kontrolliert trainieren.

Asylwerber:innen und Menschen mit Migrationshintergrund: Wer neu in den Niederlanden ankommt, steht vor einem komplexen Mobilitätssystem – oft ohne ausreichende Sprachkenntnisse. VR hilft, kulturelle und sprachliche Barrieren abzubauen und Selbstständigkeit zu fördern.

Berufsschüler und junge Erwachsene: Für Jugendliche, die erstmals allein zu Praktika oder Ausbildungsstätten fahren müssen, bietet Virtual OV eine niedrigschwellige Vorbereitung.

Mehr erfahren Sie mehr auf der Seite der European Mobility Week

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