Mobilität im Alter: Selbstbestimmt und aktiv
Wie bewegen sich ältere Menschen im Alltag fort und wie können sie aktiv bleiben? Passend zum Motto „Mobilität für alle Generationen“ erhalten Sie hier einen kompakten Überblick über die Mobilität im Alter, die Bedürfnisse älterer Menschen und die Gestaltung eines barrierefreien und altersgerechten Verkehrsraums.
Veränderung des Mobilitätsverhaltens im Alter
Unser Mobilitätsverhalten verändert sich im Laufe des Lebens. Mit dem Übergang vom Erwerbsleben in die Pension verändern sich auch die täglichen Wege: Arbeitswege fallen weg, während Freizeitaktivitäten, soziale Kontakte, Arztbesuche sowie Wege für Einkäufe und Erledigungen an Bedeutung gewinnen.
Gut zu wissen: 1,9 Millionen Menschen in Österreich sind über 65 Jahre alt. Das Durchschnittsalter in Österreich beträgt 43,8 Jahre (Statistik Austria).
Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an das Verkehrssystem. Wege werden häufiger in der näheren Wohnumgebung zurückgelegt und die Bedeutung aktiver Mobilitätsformen steigt. Besonders das Zu-Fuß-Gehen wird für viele ältere Menschen zur wichtigsten Mobilitätsform. Personen ab 65 Jahren legen rund ein Viertel ihrer Wege zu Fuß zurück (Österreich unterwegs). Um die Unabhängigkeit von älteren Menschen zu stärken, ist es wichtig, Barrieren abzubauen und soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Barrierefreiheit: Zu-Fuß-Gehen im Alter fördern
Barrierefreie Wege sind für viele Menschen eine Voraussetzung, um selbstständig unterwegs sein zu können. Davon profitieren nicht nur ältere Personen oder Menschen mit Behinderungen, sondern auch Eltern mit Kinderwagen, Personen mit Gepäck oder Menschen mit vorübergehenden Mobilitätseinschränkungen. Mangelnde Barrierefreiheit betrifft aber nicht nur jene, die davon abhängig sind, sondern in weiterer Folge auch deren Familien, Angehörige und Freunde in Begleitung.
Ein barrierefrei gestaltetes Umfeld erhöht die Lebensqualität aller Menschen und unterstützt eine selbstständige Mobilität im Alltag. Gemeinden und Städte tragen wesentlich dazu bei, indem sie Wege, Plätze und Verkehrsflächen so planen, dass diese für möglichst viele Personen sicher und komfortabel nutzbar sind.
Das ist wichtig:
- Direkte, baulich getrennte Wege schaffen und Umwege vermeiden
- Randsteine bei Gehsteigen auf 3cm absenken
- Rutschfeste und ebene Oberflächen schaffen
- Ausreichend breite Gehwege schaffen
- Sitzgelegenheiten mitdenken
- Gute Beleuchtung vorsehen
- Adäquate Grünphase bei Ampeln festlegen
Lesen Sie hier mehr zum Thema: klimaaktiv mobil – Barrierefreie Wege gestalten
Aktionstipp: Nutzen Sie die Gemeinde-Checkliste für den Fußverkehr: Österreich zu Fuß Gemeinde-Checkliste
Mit dem E-Bike mobil bleiben

E-Bike-Fahren fördert die Gesundheit und hält auch im Alter fit. Entgegen der weit verbreiteten Meinung bewegen sich E-Bike-Nutzer:innen nicht viel weniger als Fahrrad-Nutzer:innen. Eine Studie aus Deutschland zeigt, dass ihre durchschnittliche Herzfrequenz nur geringfügig unter der von Radfahrer:innen auf herkömmlichen Fahrrädern liegt. Beim E-Bike-Fahren erreichen sie einen Belastungsbereich, der den Körper fordert, ohne ihn zu überlasten.
Gerade für ältere Menschen bietet das E-Bike viele Vorteile. Die elektrische Unterstützung erleichtert längere Strecken und Steigungen, erweitert den Aktionsradius und ermöglicht so aktive Mobilität bis ins hohe Alter. Regelmäßige Fahrten im Alltag, etwa für Einkäufe oder Freizeitaktivitäten, tragen zusätzlich zur körperlichen Fitness und Selbstständigkeit bei.
Aktionstipp: Unterstützen Sie ältere Personen mit einem E-Bike-Kurs.
Wenn das Radfahren nicht mehr möglich ist, aber das Erlebnis mit dem Rad dennoch ermöglicht werden soll, sind Radfahrrikschas eine schöne Lösung. Lesen Sie mehr über die ehrenamtlichen Radler:innen von Radeln ohne Alter
Digitale Barrieren im mobilen Alltag
Barrieren begegnen uns nicht nur im öffentlichen Raum, sondern zunehmend auch in der digitalen Welt. Die Nutzung von Mobilitätsangeboten erfordert heute häufig digitale Kompetenzen, etwa bei der Routenplanung, beim Ticketkauf oder bei der Nutzung von Mobilitäts-Apps. Für viele ältere Menschen stellen diese Entwicklungen eine Herausforderung dar. Gründe dafür können fehlende digitale Kenntnisse, mangelnde technische Ausstattung oder fehlender Zugang zum Internet sein.
Aktuelle Daten der Statistik Austria machen den Unterschied in der Internetnutzung deutlich:

In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen nutzen 79 % das Internet, unter der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen trifft dies nur mehr auf 54 % zu.
Digitale Barrieren können dazu führen, dass Mobilitätsangebote nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden. Deshalb sind leicht verständliche Informationsangebote und niederschwellige Schulungsangebote besonders wichtig.
Aktionstipp: Unterstützen Sie ältere Personen mit der Aktion Öffischnuppern.
Quellen:
VCÖ, 2025: Gesunde und selbstbestimmte Mobilität im Alter fördern
Statistik Austria, 2026: Bevölkerung nach Alter/Geschlecht
klimaaktiv mobil, 2026: Barrierefreie Wege planen und errichten
klimaaktiv mobil, 2024: Regelmäßiges E-Bike-Fahren senkt Herzinfarktrisiko um 40 Prozent
Statistik Austria, 2024: Internetnutzung von älteren Menschen in Österreich